von Peter Reitmaier
Stadtrat Gunzenhausen
Bahnchaos in Gunzenhausen
Gunzenhausen – Die anhaltenden Störungen im Bahnverkehr rund um Gunzenhausen sorgen zunehmend für Ärger in der Bevölkerung. Stadtrat Peter Reitmaier kritisiert die unübersichtliche Baustellensituation, wiederholte Sperrungen an Bahnübergängen und die massiven Einschränkungen auf der Hesselbergbahn. Besonders betroffen sind Schülerinnen und Schüler, die täglich zwischen Gunzenhausen und Wassertrüdingen pendeln.
Rund um Laubenzedel wurden Bahnübergänge in den vergangenen Monaten mehrfach gesperrt. Wegen Problemen an der neuen Signaltechnik stehen weitere Bauphasen bevor. Gleichzeitig hat der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Gunzenhausen neue Schwierigkeiten mit sich gebracht: Seit Beginn der Bauarbeiten häufen sich Zugausfälle, kurzfristige Änderungen und Ersatzverkehre.
Mit der Reaktivierung der Hesselbergbahn Ende 2024 wurden die Schulbuslinien weitgehend eingestellt, da die Schülerbeförderung nun über den Zug erfolgen sollte. In der Praxis funktioniert das aufgrund der Baustellen jedoch nicht zuverlässig. „Es kann nicht sein, dass Kinder morgens nicht wissen, ob sie pünktlich zur Schule kommen. Da darf sich keiner aus der Verantwortung stehlen“, betont Reitmaier.
Zwar liegt die formale Zuständigkeit für die Schülerbeförderung beim Landkreis, doch Reitmaier fordert, dass alle Beteiligten – Stadt, Landkreis, Bahn und Verkehrsbehörden – enger zusammenarbeiten. „Dem Bürger ist es egal, wer im Verwaltungsrecht zuständig ist. Wichtig ist, dass die Kinder sicher und pünktlich in die Schule kommen. Wenn das nicht funktioniert, muss sich jemand verantwortlich fühlen – auch der Bürgermeister und die Verwaltung.“ Reitmaier verweist darauf, dass andere Gemeinden in ähnlichen Situationen bereits Brandbriefe an die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium geschickt haben. „Das wäre auch für Gunzenhausen denkbar – und ehrlich gesagt überfällig.
Der Stadtrat spricht sich für eine regelmäßige Abstimmung aller Verantwortlichen aus, um die aktuelle Lage zu bewerten, Baustellen besser zu koordinieren und verlässliche Übergangslösungen zu schaffen. Dazu gehören verlässliche Ersatzverkehre bei Zugausfällen, eine bessere Kommunikation über Gleisänderungen und Baustellen sowie ein abgestimmtes Vorgehen bei den Bauzeiten.
„Wir brauchen keine Schuldzuweisungen, sondern Zusammenarbeit. Nur wenn alle Akteure miteinander reden, kann es besser werden“, so Reitmaier abschließend. „Es geht um die Lebensqualität in unserer Region und um das Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr.“
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