von Peter Reitmaier
Stadtrat Gunzenhausen
Rund 100 Menschen zeigen Haltung in Laubenzedel
Am Donnerstagabend haben rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus Laubenzedel, Gunzenhausen und der Region ein klares Zeichen gesetzt. Anlass war eine Veranstaltung der AfD im Feuerwehrhaus Laubenzedel. Unter dem Motto „Keine Bühne für rechtsextreme Politik – Nie wieder ist jetzt“ versammelten sich Menschen unterschiedlichen Alters, um für Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit einzustehen.
Die Kundgebung wurde von Dominique Reitmaier organisiert. Als Ortssprecher von Laubenzedel habe ich ebenfalls gesprochen.
Ein Zeichen vor der eigenen Haustür
Laubenzedel ist ein kleiner Ort. Hier kennt man sich. Gerade deshalb ist es nicht selbstverständlich, öffentlich Position zu beziehen. Umso bemerkenswerter war es, dass sich rund 100 Menschen entschieden haben, sichtbar Haltung zu zeigen.
Viele Teilnehmende berichteten im Vorfeld von Gesprächen im Dorf – von Unsicherheit, von Sorgen über zunehmende politische Polarisierung, aber auch von Dankbarkeit darüber, dass es diese Kundgebung gibt. Für viele war es wichtig zu zeigen: Wir schauen nicht weg.
Klare Inhalte statt Schlagworte
In meiner Rede habe ich deutlich gemacht: In einer Demokratie darf jede zugelassene Partei Veranstaltungen durchführen. Aber genauso dürfen Bürgerinnen und Bürger politische Positionen einordnen und dagegen protestieren.
Es ging nicht um persönliche Angriffe, sondern um politische Verantwortung. Wer für eine Partei kandidiert, tritt nicht als Privatperson an, sondern steht für deren politische Inhalte und Ausrichtung. Deshalb ist es legitim, diese Inhalte kritisch zu hinterfragen.
Demokratie lebt nicht vom Schweigen.
Demokratie lebt vom Mitmachen.
Und sie lebt von klarer Haltung.
Auch die im Vorfeld diskutierte Frage, ob eine solche Kundgebung dem Ort „schlechte Presse“ bringe, habe ich aufgegriffen. Meine Überzeugung ist klar: Schlechte Presse entsteht nicht, wenn Menschen friedlich für demokratische Werte eintreten. Schlechte Presse entsteht, wenn man alles hinnimmt und nicht widerspricht.
Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven
Pfarrerin Anna Schuh sprach aus kirchlicher Sicht über die Verantwortung von Christinnen und Christen, für Menschenwürde und Nächstenliebe einzustehen. Christlicher Glaube und Demokratiefeindlichkeit seien nicht vereinbar.
Suzi Streckel betonte als Unternehmerin und engagierte Bürgerin die Bedeutung von gesellschaftlichem Zusammenhalt, Verlässlichkeit und gegenseitigem Respekt.
Philipp Pietsch von „Kunterbunt Amberg“ schilderte die Situation queerer Jugendlicher und berichtete von zunehmenden Anfeindungen. Gerade junge Menschen bräuchten gesellschaftliche Rückendeckung und klare Signale, dass sie Teil dieser Gesellschaft sind und geschützt werden.
Dominique Reitmaier unterstrich in ihrer Rede, dass politische Einordnung keine Diffamierung sei, sondern Teil einer offenen demokratischen Debatte. Demokratie brauche klare Sprache, wenn Grundwerte infrage gestellt würden.
Fazit
Die Beteiligung von rund 100 Menschen zeigt: Laubenzedel ist nicht gleichgültig. Viele Bürgerinnen und Bürger sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Werte sichtbar zu vertreten.
Demokratie beginnt nicht in Berlin.
Sie beginnt vor der eigenen Haustür.
Und genau dort wurde an diesem Abend Haltung gezeigt.
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