von Peter Reitmaier

Stadtrat Gunzenhausen

Grüne Fraktion Gunzenhausen
Zum neu eröffneten Klimaplatz in der Waagstraße
 
Die Grüne Fraktion im Stadtrat Gunzenhausen begrüßt das Anliegen der Stadt, mit dem neuen Klimaplatz in der Waagstraße ein Zeichen für Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität zu setzen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass der Platz dieses Ziel bislang überwiegend symbolisch erfüllt und nur begrenzt klimatisch wirksam ist.
 
Wohl wissend, dass derzeit Winter ist und viele Pflanzen erst im Frühjahr austreiben werden, wird dennoch deutlich, dass die umfangreichen Pflasterflächen die Fläche stark versiegeln und kaum zur Abkühlung beitragen. Der eingebaute Wasserlauf ist zwar als Gestaltungselement sichtbar, in seiner schmalen und technisch geführten Form jedoch wenig geeignet, die Temperaturentwicklung im Sommer spürbar zu beeinflussen. Auch die bisherige Bepflanzung lässt bislang keinen Grünraum erkennen, der ökologische Funktionen erfüllt oder zu einer messbaren Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.
 
Ein wesentlicher Punkt der Kritik betrifft die Menge der Hartflächen. Barrierefreie Wege sind selbstverständlich notwendig – doch über diese funktionalen Bereiche hinaus wurde deutlich mehr Pflaster verbaut, als für einen klimawirksamen Platz sinnvoll wäre. Auch die Verwendung von Ökopflaster ändert daran wenig: Zwar lässt es Regenwasser versickern, doch als Material bleibt es eine Steinfläche, die sich im Sommer aufheizt und keine ökologische Wirkung entfalten kann.
 
Die gesetzten Ligusterpflanzungen gelten darüber hinaus als ökologisch wenig wertvoll, da sie nur wenigen Insektenarten Nahrung bieten und kaum zur Förderung der Biodiversität beitragen. Unter einem der neu gepflanzten Bäume wurde zudem großzügig Lavamulch eingesetzt. Mineralischer Mulch kann sich stark erhitzen und eignet sich unter Laubbäumen nur bedingt, da er die natürliche Entwicklung eines lebendigen Oberbodens behindert.
 
Zwar wurden einige schattenspendende Bäume gesetzt, deren positive Wirkung sich aber erst mittel- bis langfristig entfalten wird. Insgesamt bleibt der Eindruck bestehen, dass der Platz stärker auf ästhetische Wirkung und Symbolik ausgerichtet ist als auf echte klimatische Funktion. Für einen „Klimaplatz“ wären deutlich mehr naturnahe Vegetationsflächen, insektenfreundliche Pflanzungen und ein ökologisch integrierter Wasserlauf notwendig gewesen, der spürbare Kühlung erzeugt.
 
Wie sich der Platz im Alltag bewährt und welche Wirkung er tatsächlich entfaltet, wird sich erst zeigen. In seiner jetzigen Form erfüllt der Klimaplatz vor allem einen repräsentativen Anspruch – den klimatischen hingegen nur in Ansätzen.
 
 
 

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